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Parlamentarische Demokratie in Nordeuropa, den westlichen Teil der skandinavischen Halbinsel sowie einige Gebiete in der Arktis (Jan Mayen, Spitzbergen) und Antarktis (Bouvet- und Peter-I.-Insel) umfassend, Kerngebiet 323 759 km², 4,6 Mio. fast ausschließlich protestantische Einwohner, Hauptstadt Oslo, Amtssprache Norwegisch.
Land und Leute
Fast ganz Norwegen wird von dem stark eiszeitlich überformten skandinavischen Gebirge (im Glittertind 2 472 m hoch) durchzogen, das nach Norden abflacht; nur im Süden gibt es eine breitere Küstenebene. Sonst fällt das Land steil zum Nordmeer hin ab, bildet eine zerklüftete Fjordküste, der v. a. im Norden (Lofoten) zahllose Inseln vorgelagert sind. Das Klima ist regenreich und dank des Golfstroms im Winter mild, im Norden überwiegen Nadelwälder, nach Süden zu werden Laubgehölze häufiger. Nur ein kleiner Prozentsatz des Landes kann landwirtschaftlich genutzt werden, wichtigere Wirtschaftszweige sind daher Holzgewinnung, Fischerei und Bergbau (Zink, Kupfer, Eisen, Pyrit), vor der Südküste wird Erdöl gefördert. Die Verarbeitung der Bodenschätze prägt auch die Industriekultur.
Geschichte
Erst im 9. Jh. kam es im unwegsamen Norwegen zu überregionaler Reichsbildung, die durch die Christianisierung durch englische Mönche im 11. Jh. weiter gefördert wurde. Im 14. Jh. ging die Herrschaft an die dänische Krone über, die das Land 1536 zu einem Bestandteil Dänemarks erklärte. Dennoch blieb ein Sonderbewusstsein immer wach, was sich 1814 zeigte, als das von den napoleon. Kriegen geschwächte Dänemark Norwegen an Schweden verlor. Die Norweger gaben sich eine eigene Verfassung, wählten einen König, konnten aber die schwedische Oberhoheit nicht abschütteln. Das gelang erst nach Demokratisierung Schwedens 1905. Im 1. Weltkrieg neutral, musste Norwegen im 2. Weltkrieg 1940 die Besetzung durch deutsche Truppen hinnehmen. Nach der Befreiung 1945 gelang der Aufbau eines vorbildlichen Sozialsystems und die außenpolitische Bindung an den Westen (1949 NATO, 1960 EFTA-Mitgliedschaft, aber 1972 Volksentscheid gegen einen EG-Beitritt; 1994 erneut gegen Beitritt zur EU). Dank der Erlöse aus dem Nordseeöl blieben Norwegen trotz zeitweise hoher Inflation und drückender Arbeitslosigkeit größere Turbulenzen erspart.